Kategorie: Christoph


  • Emotionen So wie ich zur Zeit jeden Tag stundenlang auf´s Meer zu schauen, das führt eher nicht zu disziplinierter geistiger Arbeit, es  gibt aber viel Raum für Selbstreflexion. In dieser Stimmung habe ich meine vor 6 Jahren geschriebenen Tankas noch einmal angeschaut – mit dem Ergebnis, sie jetzt hier vorzustellen. Eigene Gedichte zu kommentieren ist…

  • Wolf Wondratschek  Ein Lächeln Wir haben rot,wir warten auf grün,die Motoren warten,die Menschen warten, ich warteund sie wartet auch, ich bin ein Mann,sie ist eine Frau, ich denke, ein Lächeln wäre nichts,aber angenehm, aber sie schaut weg,durch die Luft nach vorne,und hasst mich, weil ich ein Mann bin,weil es Nachmittag istund sonst nichts. „Kennen wir…

  • Gedichte handeln nicht nur von der Schönheit des Lebens oder dem Wechselspiel der Liebe. Auch historische Tragödien und existenzielle Not finden ihren Weg in die Poesie. Die Gedichte von Mosa Abu Tohab, die unter dem Titel „Forest of Noise“ bei Borzoi Books, Penguin Random House, veröffentlicht sind, konfrontieren uns mit der grausamen Wirklichkeit palästinensichen Lebens…

  • Gewöhn dich nicht.Du darfst dich nicht gewöhnen.Eine Rose ist eine Rose.Aber ein HeimIst kein Heim. Sag dem Schoßhund Gegenstand abDer dich anwedeltAus den Schaufenstern.Er irrt. DuRiechst nicht nach Bleiben. Ein Löffel ist besser als zwei.Häng ihn dir um den Hals,du darfst einen haben,denn mit der Handschöpft sich das Heiße zu schwer. Es liefe der Zucker…

  • Metallene Zäune markieren die Grenze, Rolltore, Kameras, ein Wendehammer,darauf  Container , randvoll mit  Schrott,und ein frischer Duft nach Beize und Öl. Die Hände am Lenker, die Augen im Wind durcheile ich   Kurven,  Kulissen, Prospekte, kein Fachwerk, kein Kirchturm begeistern mich so,Wie Gebäude mit eigenem Umspannwerk! Nicht alles  ist neu, die Krananlagen, macht´ man  Heut´ anders, die Lagerhalle hat  einen…

  • Im Haar ein Nest von jungen Wasserratten,und die beringten Hände auf der Flutwie Flossen, also treibt sie durch den Schattendes großen Urwalds, der im Wasser ruht. Die letzte Sonne, die im Dunkel irrt,versenkt sich tief in ihres Hirnes Schrein,Warum sie starb? Warum sie so alleinIm Wasser treibt, das Farn und Kraut verwirrt? Im dichten Röhricht…

  • Unter Geiern, so nennt Robert Gernhardt eine Gedichtsammlung, die er 1994 geschrieben hat. Beim Durchlesen bleibe ich als  erstes  bei einem Gedicht über Tiger hängen, das sehr gut zu meinem vorigen Blog „Extincta“ passt. Man merkt es den Gedichten an, dass sie für Lesereisen entstanden sind, für den direkten Vortrag und die Kommunikation mit dem…

  • Arabeske Im Feld, das dunkelt unter fahlem ZornDes wetterschwarzen Himmels, tanzet bleichEin Irrer durch der Schatten-Träume ReichWie eine Flamme in dem stummen Korn. Er singt und summt. Und eine Distel schwingtEr stolz wie eine Rose in der Hand.Auf seinem greisen Haupte schellt und klingtEin Narrenhelm statt einem Königsband. An langen Tafeln ging ihm manches Fest,Der…

  • Heute stelle ich Gedichte von mir vor, die ich 2019 und 2020 verfasst habe anlässlich einer Ausstellung von Bildern  von Friederike von Hellermann, die am 2.3.2020 in unserem Theaterfoyer stattfand. Es handelte sich dabei um eine Serie von 10 Drucken einer besonderen Metallfolien-Drucktechnik. Die Drucke stellten ausgestorbene, genauer ausgerottete Vogelarten dar. Für die Vernissage in…

  • Wo wird einst des WandermüdenLetzte Ruhestätte sein?Unter Palmen in dem Süden,unter Linden an dem Rhein? Werd ich wo in einer WüsteEingescharrt von fremder HandOder ruh ich an der KüsteEines Meeres in dem Sand? Einerlei! Mich wird umgebenGottes Himmel dort wie hier,und als Totenlampen schwebennachts die Sterne über mir. Heinrich Heine ca 1835 Vollendete Verse  in…